Dienstag, 30. Dezember 2008

Toleranzübung

Ich lese meine Zeitung meist – auch wenn’s manchmal wehtut – vollständig. Zumindest soweit mich der Schlaf nicht übermannt. Bezahlt ist schließlich bezahlt. Mäßig gefesselt nahm ich gestern zur Kenntnis, dass es in der Bundeskunsthalle zu Bonn eine Ausstellung mit dem Thema „Gandhara – Das buddhistische Erbe Pakistans“ gibt. Sicherlich nicht uninteressant, wäre es etwas weniger weit entfernt und hätte ich ein bisschen mehr Zeit würde ich vielleicht sogar hingehen. Allein um das dort bei solchen Anlässen gerne auftretende Bildungsbürgertum, auf dessen geschätzte fachkundige Äußerungen ich nur ungern verzichte, zu bewundern.

Da der Veranstalter bezüglich des zu erwartenden Publikums wohl so seine Bedenken hat, hat er ein interessantes Drumerherum-Programm geschnitzt. Da kann man so zum Beispiel unter dem Motto „Das Paradies der Tiere“ mehr über asiatische Tierkreiszeichen erfahren und einen eigenen Glücksbringer aus Ton modellieren. Mit dem Titel „Verknoten wie eine Brezel“ – der Kenner ahnt es bereits – wird nix schwäbisches sondern vielmehr eine Yoga-Einführung angepriesen. Das Event „Der Stupa – ein Haus mit fünf Elementen“, wo Teilnehmer einen eigenen kleinen Stupa, dem architektonischen Symbol für Frieden und Erleuchtung, schnitzen (Verbandszeug nicht vergessen!), wirft mich nun nicht mehr aus der Bahn, über die Veranstaltung „Buddha, der erleuchtete Königssohn“, bei der es gilt, eine Buddha-Statue aus Gips zu gießen und zu bemalen, muss ich dann aber doch etwas nachdenken.

Ich stelle mir so vor, wie gläubige asiatische Buddhisten darauf reagieren wenn Sie hören, dass bei uns zur Belustigung des Publikums im Rahmen einer Bastelstunde Abbilder ihres hochverehrten Religionsstifters geschaffen werden. Nach meiner Erfahrung: eher gelassen oder sogar amüsiert.

Dann stelle ich mir vor, wie es denn umgekehrt wäre, wenn hier also ruchbar würde, irgendwo in China gäbe es eine Ausstellung zum Thema, sagen wir mal: „Die heilige Inquisition“ und zur allgemeinen Belustigung könnte man dort aus Pappmaché Figürchen des Gekreuzigten basteln („Jeder nur ein Kreuz“!). Nein, ich glaube, hierzulande wäre man „not amused“...

Nun steigern wir das Ganze: man stelle sich vor, bei einer vergleichbaren Veranstaltung würden Abbilder des Gründers einer jungen, aufstrebenden Religionsgemeinschaft, die aktuell jede Menge von sich reden macht, geschaffen...nein, ich traue mich nicht, das zu Ende zu denken, geschweige denn zu schreiben...

Achja, Batman...

NIMM DAS!

Montag, 29. Dezember 2008

Von wegen...




..."einsam wacht", Herr Batman! Ich bin zwar keine Fledermaus, sondern nur die Xiaomaus (und würde viel lieber im warmen Körbchen kuscheln statt bei Eiseskälte durch die nachtschlafende Stadt zu schleichen)...aber immerhin.

Ich grüße alle LeidensgenossInnen, die auch keinen Urlaub gekriegt haben!

Samstag, 27. Dezember 2008

Kampfkünstler

Warum lernen Menschen Kampfkunst? - Hier eine überzeugende Antwort:

Link: Our Wonderful Nature

Freitag, 26. Dezember 2008

Heiligabend - Nachlese

Wie angekündigt habe ich am heiligsten Abend erst einmal meine Freundin aufgesucht und bin danach - heiter gestimmt durch ein paar Gläschen Sekt und die Erkenntnis, dass man sich in anderen Familien genauso auf die Bescherung, die schöne, freut - Richtung Rüsselhausen gefahren, um dort das Fest der Liebe zu begehen. Die handelnden Personen: des Wunderschlossers Patenkind, 6 Jahre. Die Kindsmutter und ihr Mann. Der Kindsmutter - gleichzeitig die Gastgeberin - und des Wunderschlossers leicht schwerhöriger Vater. Die Stiefgroßeltern von Kindsmutter und Wunderschlosser - er ziemlich schwerhörig, sie leicht - nebst erwachsenem Sohn (hört - bis jetzt - nach meiner Beobachtung noch recht gut) und die Eltern des Kindsvaters. Er nicht nur stark schwerhörig sondern weist auch stets stolz darauf hin, dass er ja nur ein „dummer Pälzer|“ sei. Ob das irgendwie selbstironisch gemeint ist, kann ich nicht feststellen, ich finde diese Selbsteinschätzung jedenfalls sehr treffend. Und ich finde es sehr schön, dass er die passende Frau fürs Leben gefunden hat.

In diesem Gruselkabinett verbringe ich seit Jahren den Heiligen Abend. Vielleicht mag dies der Einen oder Anderen eine Erklärung dafür bieten, dass mein Herz nicht eben voller Freude und Begeisterung ist, wenn dieser Abend ansteht. Alle Jahre wieder…

Einen Lichtblick gibt es aber: der Vater der Geschwister ist ein wahrer Kochmeister. Zwar mittlerweile im Ruhestand, hat aber nichts verlernt. Irgendwann ist aber leider angenehme Teil des Abends endgültig vorbei, man soll halt wirklich nicht mehr essen, als mit aller Gewalt hinein geht. Und dann steht Gemütlichkeit und Bescherung an. Der Knabe packt mit stoischer Miene die 100.000 Päckchen aus, wirft den Inhalt auf einen großen Haufen und ist irgendwann enttäuscht, dass es nicht weitergeht, weil tatsächlich irgendwann alles ausgepackt ist. Der Rest der anwesenden hat sich irgendwann genug an den “strahlenden Kinderaugen” gelabt und beschenkt sich gegenseitig. Nun ist traditionell schauspielerisches Talent gefragt. Ich bin allerdings angenehm überrascht: die Gastgeberin hat sich dieses Jahr entschlossen, statt irgendwelcher Sinnlos-Verlegenheits-Geschenke ein Stück Regenwald zu verschenken. Diese Idee finde ich wirklich sehr gut, nun muss ich wenigstens kein Plätzchen für irgendeinen Gimmick, den wirklich kein Mensch braucht (selbst ich nicht!), suchen. Sehr schön nach diesem Gutmensch-Öko-Geschenk: das Gesicht der Gastgeberin, als sie die Gabe ihrer geschätzten Schwiegermama auspackt: einen batteriebetriebenen elektrischen Dosenöffner. Gab’s wohl billig in irgendeiner dieser Werbekanäle, supersuper, die Schwiegermama ist ganz beseelt von ihrer eigenen wunderbaren Idee…und so geht es weiter.

Die ersten Mitspieler dieses Abends schnarchen bereits selig auf dem Sofa, allein das Kind ist noch hellwach. Wahllos greift es sich eines der Spiele, eine “Spongebob”-Version des alterwürdigen Monopoly. Ich erbarme mich, mitzuspielen. Immer noch besser als die Konversation. Irgendwann erinnere ich mich an die Spielregeln und als ich feststelle, dass niemand richtig aufpasst und auch der Wunderschlosser, der die Bank verwaltet, offensichtlich nicht gerade die Aufgabe seines Lebens gefunden hat, fange ich an, gnadenlos Fantasiemieten für meine Grundstücke auszurufen. Ich bin bald reich, das Kind bettelarm. Könnte er schon lesen, könnte er einfach mal auf meine Karten schauen. Aber so ist das halt manchmal im Leben. Auf jeden Fall hat er heute eine sehr lehrreiche Lektion zum Thema “Kapitalismus” bekommen. Für weitere stehe ich gern zur Verfügung.

Auch dieser Abend ist irgendwann überstanden, schon auf der Heimfahrt löst sich die Spannung, ich weiß: nun kann es nur noch aufwärts gehen!

Mittwoch, 24. Dezember 2008

Weihnachtsblues'le


Heute ist Heilig Abend (nur so zur Info für die, die es noch nicht mitgekriegt haben...). Das gute an diesen Feiertagen ist, dass man ausschlafen kann. Wenn ich weiter aufzählen soll, wird's allerdings etwas eng.

Wie ich da jetzt drauf komm'? Ganz einfach: ich habe einen kleinen Bruder. Nicht in echt sondern mehr so zwangsadoptiert. Der junge Mann ist Anfang 20 und stammt aus der schönen Stadt Changsha, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Hunan. Nach glaubhaften Zeugenberichten so ziemlich das einzige, was es über diese Stadt zu sagen gibt. Achja: In den Jahren 1912 bis 1918 lebte Mao Zedong als Student in Changsha. In dieser Zeit erfolgte seine Hinwendung zum Kommunismus. Allerdings kehrte er bereits im April 1919 wieder nach Changsha zurück, wo er seine erste Ehefrau Yang Kaihui heiratete. Soviel Bildungsinput muss dann schon sein.

Der kleine Bruder ist ein sehr tapferer junger Mann. Er versucht nämlich, Deutsch zu lernen. Und das im tiefsten Schwarzwald. Seit September ist er nun hier und enträtselt die Mysterien unseres schönen Landes und unserer nicht minder schönen Sprache. Das ist auch für mich sehr spannend, weil er mir Fragen stellt, auf die ich im Leben nicht käme.

Heute morgen beim Frühstücks-Chat wollte er nun wissen, wie ich Weihnachten verbringe. Und je mehr ich aufzählte, um so mehr sank meine Stimmung...gut, es gibt auch Treffen mit Menschen, die mir wirklich sehr am Herzen liegen und auf die ich mich freue, aber im großen und ganzen: im nächsten Jahr verreise ich (das sage ich jedes Jahr so ab Dezember, habe dann aber immer keinen Urlaubstag mehr übrig...)!
Da hilft wohl nur eins - wie nennt die Jugend das heute? Vorlöten??

Bis gleich, Frau Docter - stell' schonmal den Sekt kalt!

In diesem Sinne: ein fröhliches Weihnachtsfest und: Überlebt's!

Sonntag, 21. Dezember 2008

Des Rätsels Lösung...

Nachdem mich mittlerweile einige Leute angesprochen haben, die wirklich gerne wüssten, wer der junge Mann auf dem Video ist, will ich das Adventsgeschenk vom 17.12. mal auspacken (jetzt kommt wahrscheinlich gleich "neeee, echt??"):

Also, bekanntlich kucke ich ja eher selten fern. Zum einen bin ich eh' ziemlich selten zu Hause und zum anderen verplempere ich meine Zeit lieber mit anderen sinnlosen Dingen wie z.B. Posts für meinen Blog bauen. Es gibt allerdings eine kleine Ausnahme: Dienstags ab 21.15 h wird die Glotze zum Altar, nämlich wenn Dr. House das Krankenhaus betritt. Dafür allein hat sich die Anschaffung eines DVD-Rekorders schon voll ausgezahlt. Und so sitze ich jedes Wochenende vor der Mattscheibe und genieße den übellaunigsten und misanthropischsten Doc den die Fernsehgeschichte je gesehen hat.

Das weiß auch der Oster und hat mich hinterhältig auf Henrike­s Blog gelotst: "kuck mal ob, du's errätst". Da saß ich dann und grübelte, als ein Wunderschlosser an mir vorbei schlurfte, einen ganz kurzen Blick auf den Bildschirm warf "ach, Dr. House..."Mein Gesicht war bestimmt nicht schlecht. Nun werden wir also nie erfahren, ob ich irgendwann selbst drauf gekommen wäre.

Egal, ich habe ein bißchen recherchiert. Dr. House erfreute sich in seinem früheren Leben in Großbritannien einer gewissen Bekanntheit, und zwar als Part des Komiker-Pärchens "Fry and Laurie". Und was die beiden so abgezogen haben, ist einfach nur toll. In wunderbarer "Monty-Phytons"-Tradition britischer Humor, wie ich ihn liebe. Hier deshalb noch ein sehr kurzes, aber hübsches Stückchen:




Achja, es kann übrigens auch schreiben: gerade habe ich das Buch "Bockmist" von Hugh Laurie erstanden.
Ein ziemlich schräges Schelmenstück über einen Sicherheitsberater, der sich unversehens in einer internationalen Affäre um Drogen- und Waffenhandel verwickelt sieht. Also eine Geschichte, die das Leben schrieb.

Samstag, 20. Dezember 2008

Grandios

Gestern war ich bei Hagen Rether. Ich habe ja schon einige Gastauftritte von ihm bewundern dürfen, aber jetzt, endlich: ein ganzer Abend mit IHM. Keine lange Rede - da isser! Tief luftholen, entspannen und guuuut zuhören!



Wer noch kein Weihnachtsgeschenk für mich hat: es gibt da zwei CDs, Liebe und Liebe zwei...

Freitag, 19. Dezember 2008

Heut morgen im ICE

Weihnachtszeit ist ja hierzulande Reisezeit. Ich habe den Eindruck, die Woche vor Weihnachten ist so unsere „Golden Week“, wo sich alles auf die Füße macht, um mit der trauten Familie zu feiern. Und wie traut da am Ende gefeiert wird, ist dann ja jedes Jahr dem Polizeibericht zu entnehmen...aber ich schweife ab: als ich heute morgen in aller Herrgottsfrühe den Rock’n’Roll-Train (das wird er, wenn ich das neue Machwerk der Combo „AC/DC“ – sehr zu empfehlen! – voll dröhnen lasse) Richtung downtown Stuttgart entere, begleitet mich eine Großfamilie, die Kinderlein wie sich’s gehört orgelpfeifenmäßig von geschätzten 3 bis etwa 16 Jahre alt. Schicksalsergeben lasse ich mich auf meinem Stammplatz fallen. Ich könnte ja auch woanders hingehen, aber ich sitze immer auf diesem Platz in Wagen 5 und habe auch schon mal einen weggebissen, der es gewagt hat, den anzusteuern. Die Familie, die sich wohl auf Weltreise befindet, stemmt ihre gefühlten 150 Gepäckstücke in die Fächer, die Kids balgen sich lautstark um die Plätze, als eines der älteren Kinder sich Gehör verschafft: „Ruhe! Hier sind bestimmt Leute, die schlafen wollen“ Geküsst seist du, mein Kind! Das Mädchen befiehlt den jüngeren Geschwistern die Schlafstarre und verordnet den älteren ein Spiel. Man einigt sich auf „Stadt-Land-Fluss“. Nostalgische Gefühle werden bei mir wach, statt zu schlafen, lausche ich jetzt doch neugierig dem Geschehen. Nach längerer Diskussion wird beschlossen, die Flüsse aus dem Spiel zu nehmen, „weil die so schwierig sind“. Also so leicht haben wir es uns nicht gemacht! Nicht das ich die geringste Ahnung hätte (googeln giltet nicht!), welcher Fluss mit „Y“ anfängt...aber da ist halt Fantasie und Durchsetzungsvermögen gefragt – insofern schult dieses Spiel nach wie vor für’s Leben: Souveränes Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit! Soll doch mal einer beweisen, dass es keinen Fluss namens Yniver gibt!

Egal, die Kids wollen keine Flüsse und im Verlauf des Spiels stellt sich heraus, dass auch die anderen Sparten zum Teil unüberwindbare Hürden darstellen (der „Lateinlehrer“ als Beruf hat mir aber gefallen). Gnadenlos werden die Spielregeln solange gefoltert, bis ich fast so weit bin, rüberzulaufen um vorzuschlagen, einfach nur „Wörter“ zu sammeln – d a s sollte ja wohl drin sein.

Ich will es dann aber gar nicht wissen, stöpsele mir die Mucke in die Ohren und schwebe von sphärischen Klängen getragen („War Machine“ – mein Lieblingsstück der neuen „Black Ice“-CD) nach Stuggi.

Heute Nachmittag ist wahrscheinlich wieder Bodenlager auf der Heimfahrt angesagt, weil die Bahn natürlich nicht damit rechnen kann, dass am Freitag vor Weihnachten vielleicht der eine oder andere Reisende mehr unterwegs ist – bin schon sehr gespannt, mit welchen Szenen ich dann wieder unterhalten werde.

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Adventsgeschenk 2

...und weil wir alle so brav waren, gibt's den noch hinterher:

Adventsgeschenk

Seht mal, was ich für ein Kleinod gefunden habe:



Na, wer hat ihn erkannt??

Sonntag, 14. Dezember 2008

Oh du fröhliche...II


In dieser wunderbaren Zeit der Besinnlichkeit, in der man endlich mal zur Ruhe kommt (nicht lachen, das ist ernst!!) mache ich mir gerne mal so meine Gedanken. Auch darüber, wie bei anderen Völkern so die Adventszeit begangen wird.

Ja, der/die Kenner/in ahnt es bereits - dies wird wieder einmal ein kleiner Blick zu unseren possierlichen Freunden im Süden.
Gestern erhielt ich einen Frontbericht, den ich aus aktuellem Anlass erst heute veröffentlichen möchte. Da isser:

"Vielleich legst Du Wert auf einen Umtrunk à la Z., der mit seinem Verein Glühwein gesoffen hat und dabei die für die Schmerzensgeldbemessung wichtige Frage diskutierte, in welchen Stellungen Patienten mit defektem Hüftgelenk ihren ehelichen Verpflichtungen nachkommen können. Darüber hat sich ein Mediziner in einer Fachzeitschrift ausgelassen und seinen Text mit Piktogrammen illustriert. Ich platzte in die Diskussion, weil ich von Z. eine Zweitunterschrift für eine Notfristerklärung brauchte (meine Gruppenleiterin und ihre Stellvertreterin waren ja krank!). Er hielt mir dann mit irgendeinem lockeren Spruch den Text mit den Bildern unter die Nase, worauf ich in Verkennung der Zusammenhänge und zum Gaudium der Glühweinsäufer anmerkte, mit so etwas könne ich nichts anfangen - für chinesische Kampfkünste sei Frau Xiaomo (da stand was anneres, d i e war aber gemeint - d.A.) zuständig.
Aber ernsthaft: Wäre die hochentwickelte, chinesische Beischlafkultur nicht ein attraktiver Untrerrichtsgegenstand für Euren Verein? Etwa nach dem Motto:
Der Kranichhahn lehrt seine Henne,
wie sie mit ihm chinesisch penne"

Wir danken für diesen Bericht aus Stuttgart und freuen uns auf weitere...


Ach, das hätte ich nicht verbreiten sollen? Weiss doch eh jeder, was ich für eine Plaudertasche bin und die kleine Geschichte hat mir auf jeden Fall mein Siechtum versüßt...

Samstag, 13. Dezember 2008

Oh du fröhliche...

Weihnachtszeit, Zeit des Fests der Liebe....(und natürlich auch die letzte Chance, nochmal schnell einen dicken Batzen Steuern zurückzubekommen, so mal ganz nüchtern betrachtet).

Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die beiden Hübschen, um die es hier geht, wahrscheinlich erst eben jetzt bei Lektüre dieser Zeilen auf diese profane Idee kommen. Still und heimlich haben sich doch da tatsächlich Michael und sein Engel getraut

Warum ich das hier so breit austratsche: Darum!


So zu lesen in der heutigen Ausgabe der AZ (die ich mir zur Feier des Tages umsonst habe aufdrängen lassen).

Ich bin zwar etwas grantig, dass ich nix gewusst habe - aber dennoch meine weihnachtlich-milden herzlichen Glückwünsche. Und wenn ihr geglaubt habt, Euch durch Geheimnistuerei das Feiern zu sparen - VERGESST ES!!

Sonntag, 7. Dezember 2008

Freitag, 5. Dezember 2008

HoHoHo....

Draußen vom Walde, da komme ich her – so oder so ähnlich hieß es früher immer, nachdem mein Vater sich mit irgendeiner lauwarmen Entschuldigung („ich muss mal nach der Heizung kucken, die klingt so komisch...“) vom Acker machte. Immer ausgerechnet dann, wenn kurze Zeit später an kräftig gebauter älterer Herr mit langem Rauschebart Einlass begehrte und dann uns Kinder zur mündlichen Verhandlung lud.

Sodann wurde Beweis erhoben über unsere Behauptung, „immer lieb gewesen“ zu sein. Nach einer ziemlich schlampigen Ermittlung, die ich heute jedem mit der Aufklärung eines Sachverhalts Befassten um die Ohren schlagen würde, erfolgte regelmäßig eine Verfahrenseinstellung gem. § 170 StPO aus Mangel an Beweisen. Als Wiedergutmachung für unhaltbare Anschuldigen wurden wir abschließend mit Süßkram abgefüttert. Mutmaßlich um uns davon abzuhalten, Anzeige gem. § 187 StGB wg. Verleumdung zu erstatten. Aber wir waren ja bestechlich und es ging jedes mal gut. Wir waren halt schon Weicheier....Kurz darauf kam der Vater wieder, der natürlich nichts mitbekommen hatte. Ich hatte schon früh einen Verdacht über mögliche Zusammenhänge. Vielleicht hat meine mangelnde Bereitschaft an Märchen zu glauben, sich letztlich doch in meiner Berufswahl manifestiert...

Aber das war ja alles Kinderkram, wirklich Angst hatten wir ja nicht. Wir wussten ja eh, dass man uns nichts nachweisen kann. Außerdem war die Figur ja nicht wirklich furchteinflößend.

Als ich allerdings heute den U-Bahn-Schacht entlanglief und die heutige Version des gütigen St. Nikolaus betrachtete, dachte ich mir schon: die Kids, die da nicht wenigstens mal kurz schlucken müssen, sind echt kernig drauf!


Montag, 1. Dezember 2008

Saviour of the Universe

In der längst vergangenen Zeit, in der ich Kind war und Twix noch Raider hieß, kamen langsam aber sicher ausgesprochene Kinder-Programme in Mode. Obwohl die Fernseh-Geräte noch überwiegend in schwarz-weiß ausstrahlten, gab es doch schon erste Serien wie Bugs Bunny und der rosarote Panther, die zumindest in meiner Erinnerung knallbunt waren. Es folgten Serien mit pädagogischem Anspruch, frisch aus Ami-Land importiert und die meisten Kinder in meiner Umgebung liebten die Sesam-Straße. Ich habe sie gehasst. Viel größer war meine Begeisterung für die wunderbar anarchische Muppets-Show, die unter Verzicht auf jegliche political correctness einfach nur Spaß gemacht hat. Obwohl es die Muppets-Show offiziell leider schon lange nicht mehr gibt, fühle ich mich nach so manchem turbulenten Arbeitstag so, als hätte ich gerade an einem Drehtag mitgewirkt….

Mein erklärter Lieblings-Showteil war das Sequel „Schweine im Weltraum“. Was habe ich mit Miss Piggy gebangt, wenn es um die Rettung der Welt ging!

Wie groß ist allerdings meine Freude zu sehen, dass sich im Weltraum wieder etwas tut. Und nicht irgendwelche Schweine, nein – leckere Jungs treiben sich da jetzt rum!




Ich stelle vor: Zhang Chenyang, genannt Laohei (张晨阳 - 老黑) – für mich der würdigste Nachfolger von Flash Gordon (hier Miss Piggy zu nennen traue ich mich dann doch nicht…)!

Um an dieser Stelle den alten Schüttelspeer, der’s ja schon immer gewusst hat, zu zitieren: „O Wunder! Was gibt's für herrliche Geschöpfe hier! Wie schön der Mensch ist! Schöne neue Welt, die solche Bürger trägt!“