Sonntag, 26. Juli 2009

Für den Bau des als Ärzteporno getarnten Liebeskrimis

haben wir dann auch schon den passenden Platz gefunden, der Oster und ich:



Also los dann: wir warten auf Ergebnisse!

Dienstag, 14. Juli 2009

Abenteuer Deutsche Bahn die 1784.

Wie beginnt ein perfekter Tag? Weiss ich natürlich auch nicht, aber wie einer anfängt, der eigentlich nur in die Hose gehen kann, habe ich heute wieder einmal sehr anschaulich demonstriert bekommen.

Des morgens stehe ich...nein, frohgemut ist nicht ganz der richtige Ausdruck...auf dem Bahnsteig und schwätze mit B., dem leid- und TÜV-geprüften Aufzugsbauer. Der ICE wird angesagt, wir schauen zum Horizont: wir sind zwar beide zu der nachtschlafenen Zeit noch nicht so ganz wach, aber die Silhouette eines ICE kennen wir schon. Und das ist sie definitiv nicht. Das altersschwache Gefährt, das mühevoll einschnauft, wurde wohl am Morgen noch schnell notdürftig abgestaubt bevor es auf die Gleise geschubst wurde, weil der ICE nicht in die Hufe kam. Ich kenne diesen Zug und hasse ihn abgrundtief. Und das sage ich ihm auch jedes Mal, wenn ich ihn treffe.
Übellaunig besteigen B. und ich den Zug, ein Bistro gibt es in der alten Kiste natürlich auch nicht und wir beschließen, die Fahrt nach Stuttgart komplett zu verschlafen. Nicht ohne noch ein letztes Mal darüber zu maulen, wie unbequem dieser Zug ist - dafür rächt er sich in dem er die ganze Strecke lang richtig laut scheppert und poltert. Bevor wir uns trennen, empfiehlt mir B. noch die letzte Zugverbindung, die im Moment ohne Umsteigen abends direkt nach Mainz fährt, hätte er schon probiert und würde wunderbar funktionieren.



Nach einem solchen Start kann ein Tag eigentlich nur besser werden. Und so erfahre ich heute in einer Schulung Dinge über die wunderbare Welt des Riskshields und der Fuzzy-Logik und -Tech mehr als ich je im Leben wissen wollte...

Völlig auslaugt und fertig mit der Welt mache ich mich auf den Heimweg. Weil es schon so spät ist, nehme ich tatsächlich den von B. empfohlenen Zug, falle direkt in's IC-Koma. Wunderbar, nicht umsteigen müssen, einfach stressfrei nach Hause fahren. Toll. Und dann kommt sie, die Ansage: "Wegen eines Stellwerkproblems fährt dieser Zug n i c h t nach Mainz Hauptbahnhof. Nächster Halt in Mainz-Mombach" Prima. Herzlichen Dank. Und dann? Auch hier weiss die freundliche Stimme Rat: "um zum Mainzer Hauptbahnhof zu kommen, nehmen Sie bitte die S-Bahn". Ehrlich? Am Mombacher Wald- und Wiesenbahnhof hält doch gar keine S-Bahn...da wird man doch keine Lösung geschaffen haben?? Nach wenigen Minuten die Erlösung "um zum Mainzer Hauptbahnhof zu kommen, nehmen Sie bitte den Bus". Weltbild gerettet. Wo der Bus hält und ob die Tickets gelten, bleibt ein Geheimnis. Egal. Wir gelangen glücklich am Not-Bahnhof an, die Hundertschaft ratloser Gestrandeter ergießt sich auf dem Bahnhofs-Plätzchen, irgendjemand übernimmt die Führung, die Herde trottet hinterher, eine Eingeborene wird überfallen und nach der nächsten Bushaltestelle befragt, so eine große Menschenmenge auf einen Haufen gibt es hier sonst nur beim Marathon.

An der Bushaltstelle steht schon B. und lacht mich an: "Na, auch wieder da? Siehst du, was für einen tollen Tipp ich dir gegeben hab?" Ich kann es schlecht bestreiten. Während wir lange auf den Bus warten, unterhält er mich mit einer kleinen Geschichte. Der heutige Aufzugsnotfall: eine ältere Dame rief an. Kaum zu verstehen. Irgendwie konnte sie dann doch begreiflich machen, dass sie einen herben Verlust im Aufzug erlitten hat. Vor Ort des Rätsels Lösung: das Gebiss. Im Spalt. Nun ganz unten. B. bewahrt die Fassung und steigt in die Tiefen hinab. Und wurde mehr als fündig. Wahre Schätze finden sich im Abgrund. Wir spekulieren eine Weile, wie es die Leute fertigbringen, Handys, Uhren, Hörgeräte und eben auch Gebisse in den schmalen Schlitz zu schmeißen...wir kommen zu dem Ergebnis, dass die Schusseligkeit der Leute einfach nicht weniger wird. Und so bleibt der Arbeitsplatz sicher.

Freitag, 10. Juli 2009

Koole Omma

Der Umzug der Abteilung führte dazu, dass ich endlich mal wieder ein paar weitere Quadratmeter Stuttgarts kennen gelernt habe. Der Weg zur Kantine führt mich nun an einem winzig kleinen "Lädle", wie man dortzulande sagt, vorbei. Bislang ging ich immer mit einem leichten Schaudern nur aus den Augenwinkeln in die Auslage blickend daran vorbei. Häkelkram. Traumatische Kindheitserlebnisse. Bloß nicht hingucken. Bis ich es vor einiger Zeit dann doch getan habe. Meine natürliche Neugier gewinnt halt doch immer wieder Oberhand.

Ein erster scheuer Blick. Ein zweiter, fassungsloser hinterher: ich betrachte ungläubig staunend die Deko - auf Gamshörnchen sind liebevoll ein paar gehäkelte Frösche aufgespießt, diversen Knuddelviechern zielsicher mit Stecknadeln in die Häkelaugen gestoßen...nun m u s s ich einfach stehen bleiben. Was haben wir noch? Grellpinkfarbene Topflappen mit Totenköpfen drauf, Eierwärmer (ja, genau - für d i e Eier), weitere Sinnfrei-Produkte wie schwarz-rot-goldene Flaschenummantelungen für den modernen Bocksbeutel von heute und noch vieles Unglaubliches mehr.



Ich recherchiere: die Betreiberin des Ladens, Oma Schmidt, hat auch eine Homepage, die ich hier wärmstens an's Herz legen kann. Sie ist wohl die treibende Kraft einer sehr vitalen Renter-Gang, die sich zum Lebensabend noch ein paar Cent hinzuverdient, indem sie sehr kreativ und offensichtlich mit viel Spaß an Skurilem immer wieder neue Ideen in Maschenform umsetzt. Und so stelle ich mir vor, wie die Ladys so bei einem Täschen Kräutertee kichernd zusammensitzen und darüber brüten, wie man n o c h irrwitzigere kleine Geschöpfe in n o c h grelleren Farben in die Welt entlassen kann.




Toll. Ich weiß schon, wo ich die nächsten Geburtstagsgeschenke erstehen gehe. So eine gehäkelte Handy-Hülle mit Äpfelchen drauf sollte wirklich in keinem Haushalt fehlen!

Montag, 6. Juli 2009

Abenteuer Deutsche Bahn die 1783. (gefühlt)

Durchsage im Intercity von Stuttgart nach Wiesbaden: "Wegen verfrühter Ankunft am Bahnhof Mainz-Bischofsheim verzögert sich unsere Einfahrt. Wir bitten um Ihr Verständnis!"

Kann man erstmal so stehen und wirken lassen.

So, und jetzt mal im Ernst: nach 5minütigem Rumstehen vor dem Bahnhof sehe ich die S-Bahn, die mich unmittelbar weiter zum Mainzer Hauptbahnhof, wo ich eigentlich hin will - aber nicht kann, weil der einzige Zug, der dort noch direkt hinfährt, 2 Stunden Verspätung hat, so dass ich in Gottes Namen die Umsteigenummer in Kauf genommen habe - an unserem Zug vorbeirauscht. Nach einer angemessenen Wartezeit von weiteren 3 Minuten (wahrscheinlich damit sich die Passagiere wieder beruhigen) fährt der Zug dann ein. Und nun darf ich 25 Minuten auf die nächste S-Bahn warten. Genug Zeit, um meinen heiligen Zorn zu formulieren und in die Welt hinauszuschicken.

Achja, hatte ich schon erzählt, dass ich kürzlich von Beijing nach Shiyan gereist bin und nach 15 Stunden auf die Minute pünktlich angekommen bin? Kann man bei der Gelegenheit ruhig nochmal erwähnen...

Sonntag, 5. Juli 2009

Die 80iger

Wer behauptet eigentlich immer so hartnäckig, dass in den 80igern so ziemlich alles, was von schlechtem Geschmack zeugt, entstanden ist?

Eine Dekade, in der ein solches Kunstwerk entstanden ist, kann so verkehrt nicht gewesen sein:

Manchmal...

...erschreckt Facebook mich ja schon mit seiner Hellsichtigkeit:

Freitag, 3. Juli 2009

Neulich am Paketautomat

Kennt ihr diese wunderbare Neuschöpfung (naja, so neu natürlich auch wieder nicht) zur Entlastung überarbeiteter Paketzusteller, die lieber Zettel in den Briefkasten schmeißen mit dem Hinweis, man sei nicht dagewesen, obwohl man doch tatsächlich zu Hause lauert, weil man nämlich auf ein Paket wartet?

Ich will jetzt nicht über automatisierte Arbeitsplatzvernichter philosophieren, sondern einfach nur erzählen, was sich dieser Tage zu trug:

Nicht immer bekommt man die Aufforderung, sein Paket beim Postamt abzuholen. Manchmal kriegt man auch ein Kärtle mit einem Code drauf und der Anpreisung wie klasse das ist, wenn man sich unabhängig von irgendwelchen Öffnungszeiten zu einem Automat begibt um dort mittels Scanner seine Sendung abzuholen. Mit dem besagten Kärtchen in der Hand begebe ich mich zu dem beschriebenen Automaten, nachdem ich kurz die Stadtkarte zum Standort befragt habe. Schön, dass ich auf diesem Wege wieder einmal ein neues Fleckchen meiner kleinen Stadt kennen lerne. Ich finde den Automaten, wedele voller Vorfreude mit der Karte vor dem Scanner herum, Sesam öffnet sich, ich starre fassungslos auf ein winziges Päckchen, das ich so gar nicht in Einklang mit dem Erwarteten bringen kann. Eine kurze Inspektion ergibt, dass der Empfänger ein Tarik B. ist. Bin ich nicht. Nun habe ich ja - so behauptet der Automat - mit dem Öffnen des Faches den Empfang meiner Sendung bestätigt. Spätestens dies ist der Moment, wo ich den technischen Fortschritt leise verfluche. Als ich noch bei echten Menschen mein Paket abholen konnte, hätte ich relativ schnell klären können, dass ich nicht Tarik B. bin und gerne meine eigene Sendung gehabt hätte. Dann hätten wir gemeinsam ein Formular ausgefüllt, das meinen Verlust dokumentiert. Das Ergebnis wäre zwar das selbe wie jetzt auch gewesen, aber man hätte wenigstens miteinander gesprochen...

Nun fühle ich mich doch sehr allein. Doch halt, stimmt ja gar nicht: da steht ein junger Mann. Ich spreche ihn auf Verdacht an, ob er zufällig ein Paket vom Automaten holen will. Ja, will er, wartet nur, dass ich endlich fertig bin. Ich wage einen zweiten Vorstoß - ob er vielleicht zufällig Tarik B. ist. Nun schaut er mich schon mit sehr großen Augen an. Misstrauisch bestätigt er. Aufgeregt zeige ich sein Päckchen. Fassungslosigkeit. Aufgeregt gehen wir zum Automaten und schauen, welches Paket er nun mit seiner Karte zieht. Das ist wie Lotto. Oder Bingo: ja, es ist meins!! Freudentänze - was für ein Zufall. Kopfschüttelnd ziehen Tarik B. und ich unseres Wegs. Nein, wahrscheinlich war das gar kein Zufall, vielleicht sind wir beide Kandidaten eines Projekts zur Verbesserung des Kontakts in der Nachbarschaft. Hat geklappt. Tarik B., der 100 Häuser weiter wohnt, hätte ich sonst wahrscheinlich nie kennen gelernt.