Sonntag, 30. August 2009

Sommerloch 2

Bevor ich Ende letzten Jahres das Bloggen entdeckt habe, gab es in meinem Büro eine kleine Ecke, die ich mit "Neues aus Absurdistan" überschrieben hatte. Da waren fröhlich die ganzen Artikelchen, die mir morgens beim Zugfahren schon den Puls oder die Laune oder auch beides nach oben getrieben haben, versammelt.

Ein echter Renner war eine Sommerloch-Serie des hiesigen Käseblattes, bei der es um drei mutterlose Igelkinderchen ging, die von einer Gonsenheimer Igel-Beauftragten liebevollst aufgepäppelt wurden. Wanda, Wolle und Wusel oder irgendwie so hießen die Viecher und jede Woche konnte der atemlos staunende Leser erfahren, wieviel Gramm die lieben Kleinen schon wieder zugelegt und was sie - in's Flegelalter gekommen - denn für lustige Streiche angestellt hatten. Das ganze mit vielen bunten Fotos unterlegt - in der nach oben offenen Goldisch-Skala ne glatte 10! So hat man sich wunderbar über den Sommer retten können.

Nun ist wieder Sommer - und prompt schlägt das Glück des Reporters zu: ein seltenes Albino-Igelchen wurde uns zu Gonsenheim geboren - kommet und schauet:



Nun lernen wir, dass Albino-Igel äußerst selten sind und dieses Exemplar, das feierlich auf den Namen "Nathan der Weiße" getauft wurde, wohl den Rest seines Lebens in einem Gonsenheimer Garten verbringen wird, da er wg. mangelnder Tarnfarbe ein hervorragendes Ziel für Fressfeinde bieten würde. Es gibt schlimmeres. Bin schon sehr gespannt, wie die Geschichte weiter geht. Noch ist der Sommer nicht rum.

Sonntag, 23. August 2009

Si-Sa-Sommerloch

Jeden Sommer das selbe Drama: verzweifelte Journalisten (ja, auch Blogger...) sind auf der Suche nach einem zündenden Thema, das mindestens mal zwei Spalten verspricht. Selbst Vereine werden geknechtet "ist bei euch denn nix los - eine Doppelseite könnte ich euch schon versprechen" - Hilft nichts, tote Hose, allenthalben Sommerpause, keiner bewegt sich, zumindest nicht freiwillig. Wahlkampf interessiert auch kaum jemanden, geht ja eh Keiner hin...dann, der rettende Gedanke: was hat die Polizei denn auf der Pfanne? Am besten irgendeine putzige Tiergeschichte, das zieht immer. Und so lesen wir jedes Jahr auf's Neue wie unsere Freunde und Helfer Entenfamilien über die Straße geholfen, aus dem Gulli gerettet oder vor raubgierigen Schwänen beschützt haben. Oder so. Hier die Edition 2009:

"Sozusagen als "Polente" (Höhö -XM-) betätigten sich Beamte in Saarbrücken: Sie retteten fünf Entenküken, die in Kanalschächte geplumpst waren. Auch nach der Rückkehr der Mutter war die Gefahr nicht gebannt. Die Polizisten mussten die Familie noch vor den Angriffen zweier Raben, eines Eichelhähers und einer Katze schützen, bis die rettende Saar erreicht war."

Soweit der Zeitungsbericht. Frage am Rande: warum hat man das Problem nicht mit "Ente süß-sauer" gelöst? Andernorts macht man da auch nicht für teuer Steuerngelder solchen Aufriss. Ist das vielleicht sone Art Image-Projekt der Polizei? Naja, wegen mir...aber: um nicht den Verdacht der Kaltherzigkeit ob des Schicksals niedlicher Mitgeschöpfe auf mir lasten zu lassen - hier noch etwas wirklich putziges:



So geht's doch auch - ist wenigstens originell!

Mittwoch, 19. August 2009

Neulich im U-Bahnschacht...

...finden sich immer mal wieder die lustigsten Plakate, die ich an dieser Stelle ja auch gerne einem interessierten Publikum vorführe.

Et voilá:



Dem geneigten Publikum stellt sich natürlich die Frage: "Wie wird sich wohl die arme Kakerlake gefühlt haben, als plötzlich ein ungewaschener, unrasierter Touri mit Adiletten an den Füßen in der Tür stand?" - Die Schweizer sind da - wie ich mich heute habe aufklären lassen - schon einen großen Schritt weiter: da haben Tiere sowas wie Persönlichkeitsrechte. Recht so!

Samstag, 15. August 2009

Insiderwitz

Auf meiner steten Suche nach dem ultimativen Chinesisch-Lernprogramm (am besten in Form eines Fischs, den man sich in's Ohr steckt und alles geht - die Älteren unter uns werden sich erinnern...) stoße ich manchmal auf die merkwürdigsten Angebote. Und dann wird erst einmal rumgetestet. Dabei bin ich auf diese Seite gestoßen:



Nett gemacht, aber das Gegenteil von gut ist bekanntlich gut gemeint und wenn schon eigene vorgeschlagene Beispielsatz dermaßen in die Hose geht, dann möchte ich den Rest besser gar nicht kennenlernen. Wer weiß, vielleicht zettelt jemand mit dieser Übersetzungshilfe mal den Dritten Weltkrieg an, wegen eines "kleinen Missverständnisses"...vielleicht ist das ja die Idee und es steckt irgendein Geheimdienst hinter dieser harmlos anmutenden Seite...wer weiß...

Freitag, 7. August 2009

Chengyu des Tages

Computer sind lustige kleine Gesellen, die uns viel Freude am und im Leben bereiten. Und sie helfen uns unermüdlich, Probleme zu lösen, die wir ohne sie gar nicht hätten. Manchmal entwickeln sie allerdings ein Eigenleben, das mich fast wirklich an die vielbeschworene künstliche Intelligenz glauben läßt.

Kürzlich habe ich auf einem kleinen Streifzug auf der Suche nach dem ultimativen Chinesisch-Lernprogramm eine Seite entdeckt, die einem jeden Tag ein neues Chengyu und - wenn man möchte - auch eine neue Vokabel präsentiert, die der eifrige Schüler dann lernen kann. Chengyus wurden von den Chinesen geschaffen, um Ausländern, die ernsthaft glauben, sie könnten je die chinesische Sprache beherrschen, Demut zu lehren. Es sind kleine Sinnsprüche, die aus vier Zeichen bestehen und die keine Mensch kapiert, es sei denn, er ist gebildeter chinesischer Muttersprachler. Der Oster hat dieses putzige kleine Gadget auch gleich implementiert und vollmundig "3000 Jahre chinesischer Weisheit in vier Zeichen - täglich neu" getauft. Ich bin da etwas bescheidener, wie man sieht - mein Vorsatz ist einfach nur, so ein paar Dinger auswendig zu lernen um mit meiner Halbbildung anzugeben. Ist ja auch schonmal was und reicht üblicherweise auch völlig aus. Wer braucht schon Weisheit.

Gestern führte meine Überschrift zusammen mit dem Chengyu aber zu einer, nun sagen wir mal, denkwürdigen Kombination:



Na, gut wenn es mit der angestrebten Unsterblichkeit wider Erwarten nicht klappen sollte, wäre d a s auf jeden Fall ein vernünftiger Plan B!

Dienstag, 4. August 2009

Was macht eigentlich...Meister Yoda?

Ihr kennt sicherlich diese beliebte Serie auf der letzten Seite des "Stern". Da werden irgendwelche semi-prominenten Leute, die irgendwann mal wer waren, ein letztes Mal in's Rampenlicht gestellt und wir erfahren zum Beispiel, dass ehemals berühmte Schlagerstars nun auf Kreuzfahrtdampfern ihr Unwesen treiben. Sehr spannend, das.

Aber was ist eigentlich aus den wirklich großen Helden von, sagen wir mal, "Star Wars" geworden? Heute habe ich herausgefunden, was der gute alte Meister Yoda heute so treibt: er ist Programmierer bei Microsoft geworden!

Sonntag, 2. August 2009

Lebenshilfe

Nachdem die letzte Schulung, die ich bei der mittelständischen schwäbischen Versicherungsgesellschaft, bei der ich in Lohn und Arbeit stehe, genießen durfte, sich mit eher abgehobenen Dingen befasste - Bedienung des RiskShields, Fuzzy-Tech, Fuzzy-Logic - geht es nun endlich mal wieder um die wirklich wichtigen Dinge im Leben. "Back to the roots", gewissermaßen. Finde ich toll. Endlich mal etwas, was mich wirklich weiter bringt:



Nun hoffe ich nur, dass meine KollegInnen hinreichend alphabetisiert sind, um dieser schwierigen Lektion zu folgen.

Ich hätte auch schon Anregungen für weitere Kurse: "Essen mit Messer und Gabel", "Schuhe binden - aber richtig!", "Kaugummi kauen mit geschlossenem Mund", "Straße überqueren in der Stuttgarter Innenstadt", "U-Bahnfahren leicht gemacht" (da würde ich mich sofort anmelden)...ach, da fällt mir bestimmt noch einiges ein.