Mittwoch, 30. September 2009

...und Tschüß

Endlich sind auch für mich die letzten Stunden angebrochen, nachdem ich in den letzten Tagen nur mehr oder weniger neidisch auf die Blögge von Bat und Oster, die erfreulicherweise ja die Kommentare nicht kommentieren können, weil Blogspot ja bekanntlich in China gesperrt ist, geschaut habe.

Das Geraffel ist gepackt, viele gute Ratschläge aus Shanghai (sauschwül), Wuhan (ganz schön kalt) und Wudang (hier regnets, nimm bloß warme Sachen und Wetterfestes mit) eingeholt...nun also nur noch warten...

Ich bin immer noch schwer gespannt, ob alles wirklich klappt, ab Wuhan sind meine Reisepläne noch nicht so ganz geklärt, es ist "Golden Week" in China, das ganze Land ist auf den Füßen, gerade in diesem Jahr brennt anlässlich der 60-Jahres-Feierlichkeiten die Luft. Nun, ich werde sehen, wenn alle Stricke reißen, werde ich einen Fahrer für die lächerlichen 600 Kilometer von Wuhan nach Wudang organisieren, Hauptsache ich bin am Samstag zum Mondfest da - da gibt es eine große Party, und Oster wird - mit meiner bescheidenen Unterstützung - ein chinesisches Liedlein zum Vortrag bringen.

Xiaomo war in letzter Zeit eher anderweitig beschäftigt, deshalb so wenige Posts - nun erst einmal für gute 3 Wochen gar keine mehr. Danach gibt es sicherlich wieder viel "Neues aus Absurdistan" zu berichten. Achja: was ich hier so schreibe, hat tatsächlich so (oder zumindest so ähnlich) stattgefunden, Herr Kollege! Echt, die Welt ist so. Zumindest Xiamos kleine Welt...

Wer mag, kann die Reise nach Wudang auf dem Wudang-Bloghttp://wudang-dao.blogspot.com/ verfolgen: das Autorenteam freut sich über jede Rückmeldung!

Bis die Tage - gehabt Euch wohl!

Donnerstag, 24. September 2009

Schäm' dich, Zöhkel!

Das hat ja schon fast Facebook-Qualität!

Menschen im Zuch 5.237 A

Heute saß er wieder neben mir, der Gute. Freundliches Begrüßungsnicken. Gemeinschaftliches ICE-Koma bis kurz vor Stuttgart. Dann

er: (spricht, irgendwas)
ich: (versucht von den Lippen zu Lesen) Zehn vor Sieben
er: (schüttelt mit dem Kopf, spricht, irgenwas)
ich: (reiche ihm hilflos meine Zeitung)
er: (schüttelt mit dem Kopf - zeigt auf meinen Nintendo)
ich: "ich lerne Chinesisch" (schalte die Musik aus)
er: "gutes Spiel?"

So kann es weitergehen. Vielleicht reden wir eines Tages sogar.

Mittwoch, 23. September 2009

Menschen im Zuch, die 5.237igste

Ein ganz typisches Erkennungsmerkmal von Pendlern sind die Ohrstöpsel. Werden mit oder ohne Mucke getragen, mein Modell schließt so dicht ab, dass ich mich - auch wenn der Akku meines MP3-Players gerade mal wieder auf Ebbe steht - wunderbar vom Alltagsgestammel meiner Umwelt abschirmen kann. Wenn ich mich morgens so im ICE umschaue, würde ich schätzen etwa 2/3 aller Reisenden schotten sich so vom Rest der Welt ab.

Heute morgen setzte sich ein junger Mann neben mich, ebenfalls mit den verräterischen Kabeln bestückt. Der folgende Dialog ist nach meiner Beobachtung exemplarisch für die Kommunikation im Zeitalter der Wanderarbeiter:

ich: "kann ich mal in Ihren "Kicker" schauen?"
er: (lächelt freundlich, steht wortlos auf, um mich vorbei zu lassen)
ich: "nein, kann ich mal in Ihren "Kicker" schauen?"
er: (schlägt sich an die Stirn, lächelt entschuldigend - und reicht mir den Zugplan)
ich: "Könnte.Ich.Bitte.In.Ihren."Kicker".Schauen?"
er: "Oh, Entschuldigung - Zehn vor Sieben!"
ich: (bricht wortlos zusammen und krallt sich im Fallen einfach das Heft)

Immerhin, wir haben geredet. Wenn auch nicht miteinander...

Samstag, 19. September 2009

Ein Tag in unserer kleinen Stadt

Schon seit Tagen verschleppe ich eine üble Erkältung, die trotz konsequenten Ignorierens leider nicht schwinden will. Nachdem ich gestern fast zwei Stunden dem Mann mit den goldenen Händen mein marodes Gerüst zwecks Aufbereitung zur Verfügung stellte und der Gute mir dringend eine Ruhepause angeordnet hat, weil ich fast jeden physiotherapeutischen Handgriffe mit heftigem Jaulen quittiert habe, bin ich heute einfach mal in unsere kleine Stadt getigert. Einfach so. Zum Flanieren. Ohne großes Ziel und ohne eine Liste, die es abzuarbeiten gilt.

Es ist ein wunderschöner Spätsommertag, die Menschen auf der Straße sind völlig entspannt. Und ich bin es auch. Beim libanesischen Imbiss hole ich mir eine große Portion Tabuleh. Nicht wegen der unendlichen Menge Vitamin C, die in der Petersilie steckt, sondern weil es super lecker schmeckt. Ich finde eine Bank in der Sonne, von der aus ich wunderbar Leute kucken kann. Der junge Mann, der die Bank schon für besetzt gehalten hat, ist über meine Anwesenheit wohl wenig begeistert, das stört mich aber nicht. Wen interessieren schon Einzelschicksale. Als er einen Anruf bekommt und Mozarts Requiem ertönt, wird mir einiges klar. Ich will ihn fragen, ob „Harold & Maude“ zufällig sein Lieblingsfilm ist, bin dann aber doch zu träge. Ich beobachte, wie zwei Damen in aufwendigen Kostümen, die schwer nach Theaterfundus aussehen, irgendwelches Papier verteilen – Werbung für irgendein Stück? Oder vielleicht irgendein ein originelles Hinkuck-Event für irgendeine Partei? Überall sind Stände der verschiedenen Parteien aufgebaut. Auf die Entfernung kann man – außer den Farben – keine großen Unterschiede zwischen den verschiedenen Glaubensgemeinschaften ausmachen. Ich vermute, diese Sicht der Dinge würde sich auch beim Näherkommen nicht ändern. Um mein Vorurteil zu überprüfen müsste ich nun aufstehen. Bin ich aber zu faul dafür. Nett hier, in der Sonne auf der Bank…

Ich mag sie, unsere kleine Stadt

Sonntag, 6. September 2009

In dem Zusammenhang...

...den noch gleich hinterher:



Gruselig...

Eigentlich..

...bemühe ich mich redlich, die sprachlichen Entgleisungen bei Facebook zu ignorieren - ich bediene mich ja selbst gerne mal der Sprachautomaten, wenn ich nicht mehr weiter weiss oder einfach zu neugierig bin zu erfahren, was meine Kumpels so in einer völlig fremden Sprache zu schwätzen haben (meist nix spannendes, das weiss man aber immer erst hinterher).

Ich habe mich daran gewöhnt, dass die wirren Werbebanner grammatisch...nun sagen wir mal...nicht immer ganz so treffsicher sind. Überliest man halt einfach. ABER: was zu viel ist, ist zu viel!



Musste ich erstmal ne Weile drüber meditieren, was mir der Autor mit diesen Zeilen sagen wollte...

Nun aber: Setzen! Sechs!!