Sonntag, 21. März 2010

Möge die Macht mit uns sein!

Nun, dann will ich doch mal dem sanften Druck nachgeben und mal wieder ein paar Zeilen von mir geben - es ist ja keineswegs so, dass es nichts Neues aus Absurdistan zu berichten gäbe. So fesselte eine kurze Radionachricht dieser Tage meine Aufmerksamkeit: "Gläubiger Jedi-Anhänger verklagt mit Erfolg Supermarkt wegen Diskriminierung". Hoppla, der Sache gehe ich nach und stoße auf folgende skurile Geschichte aus Großbritannien (wo sonst? Doch: China ginge auch!):

Wikipedia zufolge hat die "Starwars"-Sage wohl so viele Menschen von ihrer pseudo-religiösen Hintergrundgeschichte überzeugt, dass sie kurzerhand ne Sekte draus gebaut haben.

"Der Jediismus subsumiert sich aus einigen spirituellen Inhalten des Christentums, des Buddhismus, des Daoismus und des Shintoismus. Die Berechtigung, dies als Jediismus zu bezeichnen, leiten Jediisten ab aus der Tatsache, dass die Präsentation der „Macht“ in den Star-Wars-Filmen am besten mit der karmischen lenkbaren Energie der eigenen, ursprünglichen Glaubensrichtung zusammenpasst.[1] Bei Volksbefragungen erreichte die Jedi-Religion im Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland 2001 eine so hohe Nennung, dass sie ein eigenes numerisches Kürzel, die 896, für die Eintragung ins Formular bekam. Auch in Neuseeland bekannten sich mehr als 70.000 Menschen bei einer Volksbefragung im gleichen Jahr zum Jediismus."

Schon mal eine respektable Leistung. Nun gibt es keine Religion oder sonstige Überzeugung ohne Fanatiker. In diesem Fall ein Herr Daniel Jones, der, einem Jedi entsprechend, eine Robe trägt – auch beim Einkaufen. Als er jedoch Mitte September des Jahres 2009 mit hochgezogener Kapuze einen Tesco-Supermarkt betreten wollte, wurde er aufgehalten und von drei Mitarbeitern umringt. Im Geschäft sei das Tragen von Kapuzen verboten. Als Jones erklärte, dass seine Religion das aber verlange und ihnen eine Visitenkarte der Kirche überreichte, wurde er des Geschäfts verwiesen.

So geht's natürlich nicht und Herr Jones beschwerte sich offiziell. Die Geschäftsleitung reagierte prompt:

Tesco gab daraufhin eine eigene Erklärung heraus. Jedis dürften gerne bei Tesco einkaufen, aber dann bitte ohne Kapuze. Obi-Wan Kenobi, Yoda und Luke Skywalker wären auch ohne Kopfbedeckung gesehen worden, ohne gleich zur Dunklen Seite zu wechseln. Überhaupt hätte nur der Imperator niemals seine Kapuze abgelegt. Mit Kapuze entgingen den Jedis außerdem viele Sonderangebote. Jedi Jones und die Kirche entschieden sich nach dieser Mitteilung dafür, rechtliche Schritte wegen Diskriminierung einer Religion einzuleiten und sich Tesco weigere, sich dafür zu entschuldigen (aus: http://blasphemieblog.wordpress.com/)

Und so kam es nun. Es wurde geklagt und Herr Jones hat gewonnen. Tesco musste sich öffentlich entschuldigen. Die Macht ist stärker.

Warum leben die Briten noch gleich auf einer Insel?